Schlussbericht zum Biokohleversuch am Haasgang bei Rügland

 

Eine Kooperation von TreePlantingProjects mit Gegenfeuer e.V.

 

Standort

Die Wiederaufforstung erfolgte an einem Nordhang östlich von Rügland:

https://maps.app.goo.gl/Ux5xfckSkMwDTsTH7

Der Boden besitz eine etwa 20 bis 30 cm dicke Humusschicht, die über einer lehmigen Sandschicht mit nur geringem Anteil an Verwitterungsgestein (Sandstein) liegt. Bis zu einer Tiefe von ca. 50 cm war der Untergrund mit dem Spaten noch bearbeitbar.

Der vormalige Nadelwald war durch vorhergehende Orkane und Borkenkäfer schwer geschädigt worden und der Fichtenbestand wurde gerodet. Unregelmäßig verteilt verblieben einige wenige Meter hohe Laubbäume bestehen. Dazwischen entwickelten sich im Laufe einiger Jahre Gehölz, Gestrüpp, Sträucher, Büsche und auch einige Eichen.

Für die Neupflanzung wurde das Flurstück eingezäunt, das Gestrüpp entfernt und aussichtsreiche Sämlinge wurden markiert und geschützt.

 

Der Plan

Am 31.03.2021 wurde aufgeladene Biokohle und Kompost am Versuchsgelände bereitgestellt.

Es war geplant, fünf unterschiedliche Substratmischungen herzustellen, mit 0 bis 20 Volumenprozent Biokohle und 0 bis 30 Volumenprozent Kompost. Diese Mischungen wurden einer Farbe zugeordnet und sollten über die Zeit verglichen werden.

Außerdem sollte es eine Vergleichsgruppe ohne Bodenverbesserung in einer anderen Farbe geben.

Leider war es im Trubel der vielen Leute und vielfältigen Aufgaben nicht möglich, das Konzept der abgestuften Substratmischungen durchzuhalten. So entstanden unterschiedliche Mischungen von jeweils etwa 4 l Volumen, die das Pflanzloch in etwa ausfüllten, jedoch in nicht mehr nachvollziehbaren Verhältnissen. Sie alle beinhalteten jedoch Biokohle und Kompost in nicht mehr quantifizierbarer Menge.

Es wurden jeweils 22 Kirschen und 11 Winter-Linden in sechs Substratgruppen / Farbe gepflanzt, also 198 Bäumchen.

Die Bäumchen wurden mit einer nummerierten Plakette versehen, die zum Ende des Versuchs wieder abgenommen wurden, um das weitere Wachstum nicht zu behindern.

 

Die Auswertung

Am 1.4.2021 wurden die noch lebenden Pflanzen gezählt und am 1.5.2021 noch einmal. Aufgrund der geringen Wachstumsraten war ein sinnvoller Vergleich nicht möglich.

Um eine bessere Vergleichbarkeit herzustellen wurde die Vergleichsgruppe SG 1 vergrößert, indem weitere, ebenfalls am 31.03.2021 gepflanzte und nicht mit Biokohle und Kompost versehene, Kirschen und Winter-Linden dieser Vergleichsgruppe zugeordnet wurden.

Zwischen den Wachstumsperioden 2024 und 2025 wurden alle Bäumchen von ihren Plaketten befreit und nochmals vermessen.

Verglichen wurden die Kirschen und Winter-Linden der Substratgruppen mit Biokohle und Kompost (SG 2 bis SG 6) mit der Vergleichsgruppe (SG 1) ohne Zusätze.

 

Von Frühjahr 2021 bis zum Jahreswechsel 2024/25 kam es zu folgenden Veränderungen

Verglichen wurden die vollzähligen Startgruppen mit den dezimierten Endgruppen.

  • Durchschnittliche Ausfälle bei der Gesamtheit aller Kirschen:       58%
  • Durchschnittliche Ausfälle in SG 1 der Kirschen:                                 71%
  • Durchschnittliche Ausfälle in SG 2 bis SG 6 der Kirschen:                54%

 

  • Durchschnittliche Ausfälle bei der Gesamtheit aller W-Linden:       76%
  • Durchschnittliche Ausfälle in SG 1 der W-Linden:                                86%
  • Durchschnittliche Ausfälle in SG 2 bis SG 6 der W-Linden:                73%

 

In der Substratgruppe 1 (keine Bodenverbesserung) überlebte lediglich eine Winter-Linde bis zum Versuchsende. Diese war das zweitkleinste Exemplar von insgesamt 8 überlebenden Linden.

Weil sich aus der Entwicklung der Winter-Linden keine tragfähige Statistik ableiten lässt, wurden lediglich die vier überlebenden Kirschen der Substratgruppe 1 mit einer neu zusammengestellten Gruppe aus allen anderen Substratgruppen verglichen, also 18 Pflanzen.

Es wurden nur Bäumchen mit unversehrter Plakette / Vernummerung gezählt. Leider gingen über die Jahre ein paar dieser Zuordnungen verloren. Die tatsächliche Überlebensrate liegt daher höher liegt.

Zeit-Längsschnitt der Kirschen

Verglichen wurden nur Individuen, die zum Ende des Versuches noch am Leben waren.

  • Durchschnittliches Längenwachstum Kirschen SG 1 (4 Pflanzen):                            106,2 cm
  • Durchschnittliches Längenwachstum Kirschen SG 2 bis SG 6 (18 Pflanzen):          158,0 cm

Die unterschiedlichen Gruppengrößen mitgewichtet, erzielte die Gruppe mit Bodenverbesserung   (SG 2 – SG 6) insgesamt 61% mehr Längenwachstum.

Dieses Ergebnis überrascht zunächst in seiner Eindeutigkeit.

Das Ergebnis muss jedoch relativiert werden, da einerseits eine der Vergleichsgruppen (SG 1) nur vier Individuen aufweist und andererseits die Effekte aus a) Biokohlezugabe und b) Düngung (Kompostzugabe) nicht qualifiziert aufgeschlüsselt werden können.

 

Fazit

Final lässt sich sagen, dass ein Biokohle-Kompost-Gemisch auch bei tonigen Sandböden bei Baum-Neupflanzungen grundsätzlich sowohl zu geringeren Ausfällen, als auch zu schnellerem Wachstum führt.

Aufgrund der dünnen Datenlage belassen wir es jedoch nur bei dieser qualitativen Aussage.

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